Da die Chemotherapie meist in sehr hohen Dosierungen erfolgt,
sind sie auch mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Akut kommt es zu
Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, Durchfall, Entzündungen der Schleimhäute
im Mundbereich und in der Scheide, Haarausfall, Infektionsanfälligkeit
und eine geringere Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Verletzungen stellen
deshalb eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.
Als besonderes seelisches Trauma erleben viele Patienten den Verlust ihrer
Kopfhaare und Augenbrauen. Als Spätfolgen können Schäden an
inneren Organen (Niere, Herz, Leber) auftreten und bei bestimmten Therapien
eine Schädigung der Keimdrüsen oder Störungen des Wachstums.
Das Risiko eines Zweittumors, einer erneuten Krebserkrankung nach zehn oder
fünfzehn Jahren, liegt bei zwei bis vier Prozent.
Krebs ist ein Sammelbegriff für bösartige Neubildungen
von Körperzellen. Die erkrankten Zellen fangen an, ungeregelt zu wachsen.
Man spricht von einem Tumor. Im Gegensatz zu gutartigen Tumoren breiten sich
bösartige Tumore in andere Gewebe oder Organe aus, und die Zellen erfüllen
nicht mehr ihre eigentliche Funktion. Außerdem besitzen sie die Fähigkeit
zu wandern und sich an anderen Stellen im Körper anzusiedeln. Man spricht
dann von Metastasenbildung. Bösartige Wucherungen können sich in
jedem Gewebe oder Organ im Körper entwickeln. Wichtig ist es, eine solche
Erkrankung möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Da jedoch
anfangs oft keine Beschwerden auftreten, werden häufig Krebserkrankungen
erst zu spät und eher zufällig entdeckt. Erste Anzeichen einer Krebserkrankung
können sein: Müdigkeit, Gewichtsverlust, unerklärliche Schmerzen,
Blut in Urin, Stuhl oder beim Abhusten. Um häufige Krebsformen rechtzeitig
zu erkennen gibt es eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen, die ab einem bestimmten
Alter regelmäßig erfolgen sollten (Siehe Vorbeugung). Je älter
die Menschen werden, desto größer ist das Risiko einer Krebserkrankung.
Es gibt jedoch auch Krebsarten, die vor allem Kinder erleiden, z. B. Leukämie
(Blutkrebs).
